Im Gefängnis

Ein befreundeter Schriftsteller rief mich an, und fragte mich nach einer Lösung für ein Problem in seiner Kriminalstory. Ich riet ihm, er solle doch einfach mal einen richtigen Kommissar anrufen. Wie würde der denn einen solchen Fall lösen. Dann hörte ich lange nichts mehr von diesem Schriftsteller. Heute mache ich mir Vorwürfe, denn gestern erreichte mich dieser Text von ihm. Als ich ihn las, wurde mir abwechseln heiß und kalt:

Es herrscht ein eigenes Licht hier. Das Licht hinter den Gitterstäben. Das Fenster hoch. Man sieht nicht hinaus. Kahle Wände. Eng. Eine Pritsche. Eine Toilettenschüssel. Das Ganze hat etwas Unwirkliches. Unwirklich für mich. Ich kenne das aus Filmen. Unwirklich, selber darin zu sein. Das Ergebnis einer Laune. Aus der bloßen Idee, eine Lösung zu finden. Eine Lösung für eine Idee. Für eine Geschichte. Sie sollte weitergehen, die Geschichte. Doch sie blieb stecken. Ich wußte nicht weiter. Aber die Realität ging weiter mit der stockenden Geschichte. Die Realität führte ins Gefängnis. Und da sitze ich nun. Jetzt ist nicht nur meine Geschichte steckengeblieben. Ich stecke auch noch fest. In Untersuchungshaft...

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