Die Mandoline

Wie schön ist doch Musik. Und obwohl sie zu den edlen Künsten gehört, hat sie doch auch ihre menschlichen Seiten. Besonders dann, wenn sie die behütenden Mauern der hehren Konzertsäle verlässt, und sich unter das Volk mit seinem festlichen Treiben mischt, entfaltet sie ihre Nähe zur Natur. Und so entstand die folgende Geschichte:

Um es gleich zu sagen: Es war keine Mandoline. So sehr dieses Etwas, ein Gebilde aus kaum zu definierenden Materialien, auch darauf aus zu sein versuchte, es konnte ihm nicht gelingen. Bleiben wir aber der Einfachheit halber bei dem Begriff Mandoline. Sie muß schon zum Zeitpunkt ihres Entstehens wie mehrere hundert Jahre alt ausgesehen haben, so alt jedenfalls, daß ein weiteres Altern kaum möglich zu sein scheint.

Aber bevor wir ihrer ansichtig wurden, kam zuerst unser Sänger - ich nenne ihn Don Pedro - in die Bar ‘Pino de la Virgen’, einem gastlichen Ort mit einem lauschigen Innenhof, in dem Dorfe Puntagorda im nordwestlichen Teile der Insel La Palma. Es war der Tag nach der großen Fiesta von Pfingsten. Die Gitarre, die Don Pedro mitbrachte, sah aus, als hätte er die letzten Jahre im Steinbruch gespielt, und ebenso hatte seine Stimme einen leicht staubig-rauhen Anklang, dem sowohl die ausgiebige Fiesta als auch das sich verflüssigende Blau seiner Augen, aus denen das Übermaß des Weines Ausflucht suchte, Erklärung bot. Don Pedro war sehr kontaktfreudig...

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